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Regie: Katharina Miko, Raffael Frick | A 2012 | 52 min. | Deutsch

WARME GEFÜHLE lässt vier Menschen viel Raum für ein lesbischwules Liebesleben über ein halbes Jahrhundert hinweg.

In ihrem Dokumentarfilm porträtieren Katharina Miko und Raffael Frick zwei Männer und zwei Frauen, die dem Bild des typisch schwulen Mannes und der typisch lesbischen Frau so gar nicht entsprechen. Im Gegensatz zu Rudi, der als „homosexueller Professioneller“ auf eine Karriere beim ORF zurückblicken kann, sind die anderen drei in Österreich geblieben - was dem heute 66-jährigen Friedemann eine mehrmonatige Gefängnisstrafe, noch vor der Abschaffung des Totalverbots der Homosexualität im Juli 1971, einbrachte.

Die FilmemacherInnen entscheiden sich dafür, mit älteren Menschen über Homosexualität zu sprechen und sie nach ihren Erfahrungen zu befragen. Denn neben diesen sehr unterschiedlichen Lebensentwürfen wird somit auch ein Stück Nachkriegsösterreich sichtbar, dessen Konservativismus bis heute nachwirkt. Die nötige Stärke, sich gegen diesen konservativen Gesellschaftsentwurf zu behaupten, wird vor allem an den Frauen deutlich: Die 68-jährige Herta aus dem Wiener Gemeindebau („Homosexualität gab es in den 50er-Jahren nicht. Jedenfalls nicht bei uns in Atzgersdorf“), die noch immer stolz die alten sozialistischen Flaggen präsentiert, entsprach ebenso viele Jahre lang dem gesellschaftlichen Idealbild von Hausfrau und Mutter wie die 75-jährige Hedi, die aus der katholischen Frauenbewegung stammt und die ihren Austritt aus derselben mittels einer Todesanzeige kundtat.


Altersempfehlung: ab 16

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